• Ankündigung
  • September 2026

 Für die Entwicklung eines Landes ist es entscheidend, ob Kinder und Jugendliche dort gut leben können und gefördert werden. Wie steht es damit in Deutschland und Frankreich?

Die beiden Bildungssysteme sind sehr verschieden: Dort das zentrale System Frankreichs, in dem eine frühe Schulpflicht ab 3 Jahren gilt und die Ganztagesschule selbstverständlich ist. Hier das föderale, zerklüftete System Deutschlands, in dem Kleinkinder- und Ganztagesbetreuung gerade erst eingeführt wurden und teilweise noch nicht recht funktionieren.

Zu Beginn des Monats sind die Ergebnisse der neuen Pisa-Studie herausgekommen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) untersucht regelmäßig, was 15-jährige Schülerinnen und Schüler in den Bereichen Naturwissenschaften, Lesekompetenz, Mathematik und computergestütztes Problemlösen wissen und wie gut sie ihr Wissen in der Praxis anwenden können.

Erstaunlich: beide Länder sind ähnlich mittelmäßig. Deutschland ist hinter der Türkei, Belgien und Litauen auf Platz 23, Frankreich erreicht sogar nur Platz 27. Also bleibt uns nur, den Ärger und die Trauer über die schlechten Ergebnisse gemeinsam mit ein paar Gläsern Bordeaux oder Riesling runterzuspülen?

Halt! Es gibt eine weitere Untersuchung, die eine ganz andere Rangfolge aufstellt. Die UNICEF-Studie zum Wohlbefinden von Kindern vom Mai 2026 untersucht die Verhältnisse in 37 wohlhabenden Ländern. Sie prüft die Fähigkeit in Lesen und Mathematik, erhebt aber auch mentale und körperliche Gesundheit und soziale Fähigkeiten; dabei werden auch die sozialen Verhältnisse berücksichtigt. Die Ergebnisse sind beschämend – für Deutschland. Es schneidet im internationalen Vergleich unterdurchschnittlich ab und landet auf Platz 25, Frankreich dagegen auf Platz 3.

Wir können also doch voneinander lernen! Das wollen wir auf unserem Nikolaus-Salon am 6. Dezember tun.

September 2026

Ralf Kröner