

Salon: Bring mir bloß keinen Deutschen nach Hause!
In diesen bewegten Zeiten ist es wichtiger denn je, dass Frankreich und Deutschland an einem Strang ziehen, und das geht viel besser, wenn wir uns verstehen, unsere Wurzeln und unsere Stärken und Schwächen kennen. Dafür wollen wir uns einsetzen, indem wir das gegenseitige Verständnis stärken, auch im neuen Jahr.
Allerdings sind wir nicht sicher, dass wir alle Projekte, die uns wichtig sind, auch in die Tat umsetzen können. Die Stadt Stuttgart hat in der Vergangenheit immer wieder Projekte von uns gefördert. Und dafür sind wir ihr auch sehr dankbar.
Aber der Gemeinderat hat der Stadt inzwischen ein hartes Sparprogramm auferlegt, besonders hart für die Kultur, und ganz besonders einschneidend für die „freie“, unabhängige Kultur. Wir hoffen sehr, dass wir als kleiner Verein da nicht hinten runterfallen.
Wir haben uns aber vorgenommen, uns nicht entmutigen zu lassen, sondern wir werden versuchen, unsere Programmschwerpunkte fortzusetzen und neue Ideen zu entwickeln.
Dazu brauchen wir Ihre Hilfe, die Hilfe unserer Freundinnen und Förderer und aller, die sich für das deutsch-französische Verhältnis interessieren und engagieren. Deshalb rufen wir zum ersten Mal in unserem Rundbrief direkt dazu auf, uns durch Spenden zu unterstützen
Spenden bitte unter IBAN: DE41 6005 0101 7871 5170 17.
(Spenden sind steuerbegünstigt, da wir vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt sind. Eine Spendenbescheinigung wird für Spenden über 100.- € ausgestellt.)
Wir freuen uns, Sie in diesem Jahr wieder in unseren Veranstaltungen zu sehen. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen persönlich ein gutes neues Jahr 2026 und uns allen, dass sich das deutsch-französische Verhältnis zum Wohl Europas und damit der ganzen Welt entwickeln möge.
Herzliche Grüße
Januar 2026
Ralf Kröner
i.A. des Vorstandes des Fördervereins dt.-frz. Kultur
PS: Hier finden Sie die Planung...
Am 19. April 2026 laden wir zu einem Salon „Zwischen zwei Kulturen“ ein: Studierende der Politischen Wissenschaften der Universitäten Bordeaux und Stuttgart präsentieren ihren Kurzfilm zum Thema Humor.
Sind Deutsche eher ernst, diszipliniert und pünktlich? Und sind Franzosen stolz, humorvoll und unzuverlässig?
Orphée Daillet und Pauline Strempel sind acht Semester zwischen Deutschland und Frankreich gependelt und waren genervt und gelangweilt, ständig mit solchen Klischees konfrontiert zu werden. Warum ist es so? Kennen uns die anderen eigentlich? Und wie finden wir einen echten Einblick in die Kultur der anderen? Diese Fragen haben sich die Studierenden aus Bordeaux und Stuttgart gestellt und daraus ist dann ihr Kurzfilm entstanden.
Vom 21. April bis zum 3. Mai finden im Großraum Stuttgart die 22. französischen Wochen 2026 statt, an denen wir uns mit drei Veranstaltungen beteiligen:
Am 26. April gibt es im Bistro Einstein Brettspiele (Jeux de plateaux) mit Nicolas Rist auf Französisch.
Der französische Pianist Jonathan Fournel spielt dann Werke von Ludwig van Beethoven, Frédéric Chopin, Nikolai Medtner und Franz Schubert.In unserem Salon am 21. Juni machen wir einen Ausflug in französische Dörfer - in Baden-Württemberg. Ja, die gibt es!
In der Gegend zwischen Stuttgart und Karlsruhe tragen Orte die Namen Perouse, Pinache, Serres und Corres.
Und auch in Orten mit deutschen Namen im damaligen Herzogtum Württemberg und in der Markgrafschaft Baden-Durlach ließen sich um 1700 protestantische Flüchtlinge aus dem Piemont nieder.
Das Piemont war zwar auch damals wie heute italienisch, dort wurde aber französisch gesprochen. Die Flüchtlinge bezogen sich auf den mittelalterlichen Reformator Peter Valdes aus Lyon und hießen deshalb Waldenser. 1698 wurden sie aus dem Piemont vertrieben und die Landesherren von Württemberg und Baden-Durlach freuten sich, dass ihre durch den dreißigjährigen Krieg entleerten Gebiete mit so geschickten und fleißigen Leuten bevölkert werden konnten.
Im Sommer möchten wir gern wieder ein einwöchiges Theater-Atelier an der Deutsch-Französischen Grundschule in Stuttgart-Sillenbuch (DFGS) initiieren.
Die Schülerinnen und Schüler der vierten Klasse der deutschen und der französischen Abteilung sollen am Beispiel afrikanischer Märchen ihr eigenes Märchen mit deutschen und französischen Texten schreiben und entwickeln. Das heißt, sie müssen das Märchen unter Anleitung von künstlerischem Fachpersonal in einen Text mit verteilten Rollen verwandeln, dazu Musik und Tanzeinlagen entwickeln, Bühnenbilder malen und das Ganze dann proben bis zur Aufführung.
Während ihrer Arbeit werden die Kinder erleben, dass die afrikanischen Märchen den französischen und deutschen Märchen ähneln, die sie schon kennen. Und sie werden so erfahren, dass es eine große Weltkultur gibt.
Dieses Projekt können wir allerdings nur verwirklichen, wenn die Stadt Stuttgart und der Landesverband Amateurtheater-BW es unterstützen – Anträge sind gestellt, Ausgang noch ungewiss!
Familiengeschichten deutsch-französischer Paare der Nachkriegszeit
Lesung und Gespräch mit den Autoren Sylvie Méron-Minuth und Christian Minuth
Wann: Sonntag, 8. Februar 2026, von 11:00 bis 13:00 Uhr
Wo: Kulturzentrum Merlin, Augustenstr. 72, 70178 Stuttgart (S-Bahn Schwabstr.)
Eintritt: 10 € Tageskasse / 7,50 € für Schülerinnen und Studenten, Croissants und Getränke können bestellt werden.
Das Buch „Bring mir bloß keinen Deutschen nach Hause!“ lässt uns besser verstehen, wie sich nach dem zweiten Weltkrieg der Übergang vom Feindbild zum „Freundbild“ vollzogen hat. Die Gesamtzahl der französischen Kriegsgefangenen in Nazi-Deutschland belief sich auf 1.300.000 bis 1.800.000. Im Juni 1944 gab es etwa eine Million deutsche Kriegsgefangene in Frankreich, ungefähr 40.000 von ihnen blieben in Frankreich. Was wurde aus ihnen?
Sylvie Méron-Minuth und Christian Minuth (Professoren an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg) haben Jahre lang recherchiert, Interviews geführt, Lebensgeschichten aus der Nachkriegszeit gesammelt. Sie präsentieren spannende und rührende Lebensgeschichten von binationalen Paaren der ersten Stunde, von Mauricette, Heinrich (Henri), Arlette und Hubert, Géraldine und die unglaubliche Geschichte ihrer Eltern, Alain, Annie und Sylvie, Sandrine. Was verbindet diese Familiengeschichten? Die harte Kriegs- und Nachkriegszeit, die Suche nach einem sicheren Ort und nach Frieden und die Überwindung von Vorurteilen.
Moderation: Catherine Gebhardt-Bernot
Buchtitel: Bring mir bloß keinen Deutschen nach Hause! Von Sylvie Méron-Minuth und Christian Minuth, Springer Fachmedien, Wiesbaden, 2024.
Französischer Originaltitel: Comme s´il n´y avait pas assez de Français! Histoire de familles de couples franco-allemands de l´après-guerre (1945-1963), Editions MAïA, Paris,2023

Am 14. Dezember war bei Stollen und Weihnachtsplätzchen die politische Lage in Frankreich das Thema. Warum ist es so schwierig, eine handlungsfähige Regierung zu bilden? Entspricht die Verfassung der Fünften Republik noch den heutigen Bedürfnissen? Und wie ist die Stimmung in der Bevölkerung? das Thema brannte den zahlreichen Salon-Gästen unter den Nägeln, die Diskussion war sehr lebendig.


Am 12. Oktober ging es im Salon um die große Ausstrahlung nach Württemberg, die das kleine Städtchen Montbéliard an der burgundischen Pforte hatte, das 450 Jahre zum „Ländle“ gehörte. Daran Schuld waren vor allem Studenten von dort, die in Tübingen studierten. Ende des 18. Jahrhunderts wurden sie zu „Keimträgern“ revolutionärer Ideen. Wahrscheinlich infizierten sie nicht zuletzt Hegel, Hölderlin und Schelling, die damals in Tübingen studierten.
Kindliche Zweisprachigkeit ist nicht selbstverständlich. Das war das Thema unseres Salons am 6. Juli. Sobald das Kind in einer einsprachigen Umgebung wie zum Beispiel dem Kindergarten ist, wird eine Sprachen die starke Sprache. Entsteht dann ein Ungleichgewicht zwischen den Sprachen? Was bedeuten Sprachmischungen in der frühen Phase des Spracherwerbs und warum lehnen manche Kinder die „andere“ Sprache des Vaters oder der Mutter ab? Darüber wurde mit Studierenden, Eltern, und Lehrkräften bei einer „table ronde“ angeregt diskutiert.