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Rundbrief 18: November 2022

FDFK-Rundbrief November 2022 - Nr 18

  • Sprachlosigkeit zwischen Berlin und Paris

als PDF
Details
Thema: Rundbriefe
Inhaltsverzeichnis:
  • Editorial: Sprachlosigkeit zwischen Berlin und Paris
  • Planung: Anfang 2023: Was haben wir vor?

Salon: Aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen - Erinnerungen an das Internierungslager Gurs in Südwestfrankreich


  • Bericht - Postkarte: Musikalische Matinee mit französischer Harfenmusik
  • Projekt mit einer Deutsch-Französischen Grundschule zum Bilderbuch « Le journal de Blumka » - „Blumkas Tagebuch“

Sprachlosigkeit zwischen Berlin und Paris

Details
Thema: Editorials
  • Editorial
  • November 2022

Chères amies, chers amis, liebe Freundinnen und Freunde des Fördervereins Deutsch-Französischer Kultur,

Berlin ist weit weg von Paris (über 1000 km mit dem Auto). Ist das der Grund, warum die Regierungen nicht mit einander sprechen?

Die Sprachlosigkeit ist dramatisch. Die Franzosen wundern sich, dass die deutsche Regierung gerade in Krisenzeichen einsame Entschlüsse fällt, ohne sich mit ihrem engsten Partner abzusprechen. Das war zu Hochzeiten von Corona so (wir haben in unserem vorletzten Rundbrief darüber berichtet) und jetzt, in der Energiekrise, passiert das Gleiche. Die französische Regierung erfährt durch die Medien vom „Doppel-Wumms“ und stellt nicht zu Unrecht fest, dass zig Milliarden Subventionen für die deutsche Wirtschaft nicht ganz im Einklang mit den Prinzipien des gemeinsamen Marktes stehen.

Ähnliches erlebt die deutsche Regierung mit Midcat, einem Pipelineprojekt von Spanien nach Frankreich, mit dem Erdgas auch nach Deutschland gebracht werden sollte. Der französische Präsident Macron beschließt mit seinem portugiesischen und spanischen Kollegen, dass die von Scholz so dringend erhoffte Röhre nicht gebaut wird. Der deutsche Bundeskanzler darf nicht mitreden.

Natürlich, es geht ans Eingemachte, die nationale Energieversorgung. Während Deutschland durch den Ukrainekrieg erlebt, wie fatal die Abhängigkeit vom russischen Gas ist, leidet Frankreich am Atomstrom. Aber sollte man sich da nicht einfach zusammen setzen und darüber nachdenken, wie man die Probleme gemeinsam lösen könnte? Zur Zeit sieht es allerdings eher danach aus, dass die beiden Länder einsam leiden wollen.
Wir dagegen, der Förderverein Deutsch-Französischer Kultur, fördern den Austausch. Im Frühjahr laden wir zu einem Salon ein, in dem der deutsche Teufel (die Abhängigkeit von Gas und Kohle) und der französische Beelzebub (der Atomstrom) im Mittelpunkt stehen.

Bis bald bei einem unserer nächsten Salons

November 2022

Ralf Kröner


  • Im Rundbrief: FDFK-Rundbrief November 2022 - Nr 18.pdf

Aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen: Erinnerungen an das Internierungslager Gurs in Frankreich

Details
Thema: Gemeins. Geschichte: von K. zu F.
  • Film und Podiumsdiskussion - Salon
  • November 2022 - „Gurs“ Veranstaltungsreihe
  • Flugblatt: Link

Zeitzeugengespräch mit José de Sola

Salon in Kooperation mit 30 Tage im November – Vom Wert der Menschenrechte

Wann: Sonntag, 27. November 2022 11:00 bis 12:30 Uhr
Wo: Saal des Kulturzentrums Merlin, Augustenstr. 72, Stuttgart-West
Eintritt: 5€, Kaffee, Tee und Croissants können bestellt werden


Schülerinnen und Schüler aus Stuttgart, Tübingen, Darmstadt, Pau und Oloron-Sainte-Marie berichten von ihren Eindrücken und Erlebnissen des deutsch-französischen Jugendtreffens in Gurs und Château d‘Orion: Bericht der Schüler

Gezeigt wird der Dokumentarfilm „Journal de Gurs – Wie wir erinnern wollen“, in dem die Jugendlichen auch über ihre Vorstellungen zukünftiger Erinnerungskultur sprechen: Film: „Journal de Gurs: Wie wir erinnern wollen“

Gemeinsam mit dem Publikum diskutieren sie im Anschluss neue Formen und Formate der „Erinnerungskultur“.

Das Lager Gurs in Südwestfrankreich wurde vor dem 2. Weltkrieg von der französischen Regierung für Flüchtlinge und Kämpfer des Spanischen Bürgerkriegs errichtet. Nach der Niederlage Frankreichs gegen das nationalsozialistische Deutsche Reich verschleppten die Nazis viele Juden aus Südwestdeutschland dorthin. Die Verhältnisse waren entsetzlich, viele Inhaftierte starben. Im Sommer 1942 wurde der Großteil der Gefangenen in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und ermordet.

 Auch ein Vertreter des Arbeitskreises „Stolperkunst“ (www.stolperkunst.de) des Vereins Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber e.V., Stuttgart, wird über neue künstlerische Initiativen der Erinnerung berichten.

Der Salon findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe des interkulturellen Vereins Die Anstifter, Stuttgart statt: 30 Tage im November – Vom Wert der Menschenrechte


„30 Tage im November, vom Wert der Menschenrechte“:

Der Blick zurück in die deutsche Geschichte zeigt, wohin, Intoleranz, Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit führen können. In einer von Kriegen, sozialen Verwerfungen und der Klimakrise geprägten Gegenwart gilt es mehr denn je, Wissen und Werte zu vermitteln, die uns befähigen, Frieden, Demokratie und Freiheit immer wieder neu zu fordern, zu bewahren und die Allgemeinen Menschenrechte zu verteidigen!

Deshalb haben sich bisher über 230 zivilgesellschaftliche Organisationen zusammengeschlossen und laden zwischen dem 27. Oktober und dem 4. Dezember 2022 zu mehr als 140 Veranstaltungen in Stuttgart, Ludwigsburg, Tübingen, Köln und an vielen anderen Orten ein.

Die Reihe „Vom Wert der Menschenrechte“ will gemeinsam mit dem Publikum mit Bild, Text und Ton, Theater, Musik und Film der Frage nachgehen, wie, was und ob wir aus der Vergangenheit gelernt haben und welche Schlüsse sich daraus für die Zukunft ziehen lassen.


Kooperationspartner
:


  • Rundbrief Nr 18
  • Bericht/Postkarte: Die Schüler erzählen und debattieren vom deutsch-französischen „Gurs“ Projekt
  • Programm/Unterlagen: Link
  • Offizieller Bericht: Link

Anfang 2023: Was haben wir vor?

Details
Thema: Geschichte des Vereins
  • Planung
  • November 2022

Im ersten Halbjahr 2023 werden wir wie immer drei Salons veranstalten: 

Am 5. Februar geht es um 'Die Jahre' (Les années) der mit dem Literaturnobelpreis 2022 ausgezeichneten Schriftstellerin und Soziologin Annie Ernaux.
„Die Beschreibung ihres Werdegangs als Aufsteigerin aus dem ärmlichen Provinzmilieu der Normandie weitet Annie Ernaux zu einer neuartigen Form der Autobiografie aus. Ihre Erfahrungen verzahnt sie in 'Die Jahre' mit dem kollektiven Gedächtnis und der Summe der Prägungen ihrer Generation“,  hieß es über 'Die Jahre' in einer Rezension des Deutschlandfunks.

Am 2. April diskutieren wir mit kompetenten Fachleuten über die Energie-Versorgung und -Probleme in Deutschland und Frankreich.

Am 16. Juni lernen die Teilnehmer unseres Salons die dramatische Liebesgeschichte von Aucassin und Nicolette kennen.  
Aucassin verzehrt sich nach Nicolette, einer Sarazenin, die ein gräflicher Beamter einst als Kind auf dem Sklavenmarkt erworben, getauft und bei sich aufgezogen hat. Natürlich ist eine solche Verbindung im Mittelalter ganz unmöglich, zumal Aucassin aus einer bedeutenden Adelsfamilie stammt. Nach Irrungen und Wirrungen und vielen Abenteuern 
kommt es aber schließlich doch zum happy end. 
Die berührende Geschichte hat ein unbekannter nordfranzösischer Autor vor ungefähr 800 Jahren geschrieben. Sie ist von feinem Humor und voller Anspielungen auf die damals gängige Literatur – ein Juwel. 


  • Rundbrief Nr 18
  • Veranstaltung: Aucassin und Nicolette: der übermütige Duft der Freiheit, 'Chantefable' aus dem Mittelalter
  • Teufel oder Beelzebub? Energieprobleme in Frankreich und Deutschland
  • „Die Jahre“ (Les années) von Annie Ernaux, Literatur-Nobelpreisträgerin 2022

Musikalische Matinee mit französischer Harfenmusik

Details
Thema: Die klassische fr. Kultur
  • Bericht
  • Oktober 2022
  • Flugblatt: Link

Unsere musikalische Matinee mit französischer Harfenmusik am 9. Oktober 2022 war ein Erfolg. Rund 50 Zuhörer ließen sich von den Werken von Debussy bis Piazzola bezaubern und hörten fasziniert zu, was die drei Musikerinnen dazu erzählen konnten.


  • Veranstaltung: Französischer Harfenmusik
  • Im Rundbrief: FDFK-Rundbrief November 2022 - Nr 18.pdf

Projekt mit einer Deutsch-Französischen Grundschule zum Bilderbuch « Le journal de Blumka » - „Blumkas Tagebuch“

Details
Thema: Gemeins. Geschichte: von K. zu F.
  • Bericht
  • Oktober 2022 - „Blumka“ Projekt
  • Flugblatt: Link

Beeindruckend war auch, was Ende Oktober die Erstklässler der französischen Abteilung der Deutsch-Französischen Grundschule Stuttgart-Sillenbuch zum Bilderbuch „Le journal de Blumka - Blumkas Tagebuch“ in einem einwöchigen Workshop/Atelier auf die Beine gestellt haben. In dem Buch geht es um den polnischen Kinderarzt und Pädagogen Janusz Korczak und das Leben der Kinder im von ihm gegründeten Waisenhaus in Warschau. Korczaks Pädagogik war durch ein demokratisches Verständnis von Erziehung geprägt. 1942 wurden die Kinder seines Waisenhauses von den deutschen Besatzern in ein Vernichtungslager deportiert. Korczak begleitete sie, obwohl er wusste, dass es auch für ihn den Tod bedeutete.

Die Schülerinnen und Schüler aus Sillenbuch malten und spielten am Ende des Workshops kleine Szenen zur Geschichte der Kinder des Waisenhauses vor einem Publikum der Eltern sowie einer Parallelklasse. Sie lernten so sich und ihre Fähigkeiten besser kennen.


  • Rundbrief Nr 18
  • Veranstaltung: Bilderbuch « Le journal de Blumka » – „Blumkas Tagebuch“
  • Offizieller Bericht: Link

Rundbrief 30
Januar 2026
  • Neues Jahr, neue Projekte und ein Spendenaufruf

Inhaltsverzeichnis
  • Vereinsleben: Neues Jahr, neue Projekte und ein Spendenaufruf
  • Planung: Wir haben uns für das Frühjahr und den Frühsommer 2026 viel vorgenommen
  • Bericht - Postkarte: Zweisprachigkeit: Mit zwei Sprachen groß werden – Grandir en parlant deux langues
  • Mömpelgard oder Montbéliard? – Einfallstor fortschrittlicher Kultur und Politik
  • Debatte: Was ist in Frankreich los?
Alle Rundbriefe
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